Risiken bestehen nicht nur für Lieferungen und Leistungen, sondern vielmehr für die Mitarbeiter

Wer Projekte in Lateinamerika durchführt, muss sich darüber bewusst sein, dass das Risiko und somit der Versicherungsbedarf mit Projekten in Deutschland oder Westeuropa nicht vergleichbar ist.

Gerade für Monteure und andere Geschäftsreisende stellt sich in diesen Ländern die Frage nach der Sicherheit. In Mexiko ist das Risiko, entführt zu werden, weltweit am größten. Aber auch Kolumbien, Venezuela, Brasilien und Peru gelten auf Grund politischer Risiken als sehr gefährlich.

Naturgefahren, wie Stürme, Überschwemmungen oder Erdbeben müssen ebenfalls bei der Risikobeurteilung berücksichtigt werden.

Bei Projekten in derart gefährlichen Ländern gilt es daher, sich im Vorfeld genau mit den Risiken vertraut zu machen, entsprechende Vorkehrungen zu treffen und die Restrisiken über geeignete Versicherungsverträge abzusichern.

Risikoeinschätzung

Bei einer ersten Risikoeinschätzung sind neben den unternehmerischen Risiken auch die Personensicherheit im Land und die Baustellensicherheit zu berücksichtigen. Hierzu zählen zum Beispiel die Sicherheit im Straßenverkehr, die medizinische Versorgung sowie die Infrastruktur. Gibt es zum Beispiel geeignete und sichere Unterkünfte für die Mitarbeiter.

Mit einem erfahrenen Partner lässt sich das Gefährdungspotential von Mitarbeitern im Ausland durch gezielte Präventionsstrategien auf ein Minimum reduzieren. Eine konkret auf das Unternehmen zugeschnittene Reise-Risikomanagement-Lösung ist darauf ausgerichtet, Notfälle bereits im Vorfeld zu verhindern. Mit einem aktiven Risiko-Reisemanagement erfüllen die Unternehmen somit professionell ihre Arbeitgeber-Fürsorgepflichten, minimieren das Reiserisiko bei Auslandseinsätzen und erreichen einen Imagegewinn als international tätiger Arbeitgeber.

Personensicherheit

Neben den Präventionsmaßnahmen ist es wichtig, das finanzielle Risiko eines Krisenfalles zu versichern. Der am häufigsten vorkommende Krisenfall ist die Krankheit oder der Unfall eines Mitarbeiters im Ausland. Daher ist eine moderne Auslandsreise-Krankenversicherung zwingend notwendig. Es empfiehlt sich eine Pauschalversicherung, die automatischen Versicherungsschutz für alle Reisenden der Unternehmen und seiner Tochtergesellschaften bietet, egal wie lange der Aufenthalt im Ausland dauert. Die Ausschlüsse sollten minimal sein. Es muss weltweiter Versicherungsschutz bestehen, auch bei Reisewarnungen des Auswärtigen Amts.

Wichtig ist, dass der medizinisch notwendige Rücktransport mitversichert gilt, um eine optimale Versorgung zu gewährleisten. Die Kosten hierfür können schnell hohe fünfstellige Summe erreichen. Für solche Fälle ist es auch wichtig, dass der Versicherungsumfang einen Assistance-Dienstleister mit einem Servicetelefon vorsieht. Dieser organisiert dann den Rücktransport, übernimmt aber auch Krankenhauskosten oder vereinbart für den Reisenden einen Termin beim einem medizinischen Leistungsträger.

Darüber hinaus ist der Abschluss einer so genannten Kidnapp and Randsom Versicherung (K & R) sinnvoll. Vereinfacht dargestellt handelt es sich hierbei um eine Versicherung, die im Entführungsfall die Kosten trägt. Darüber hinaus können auch Erpressungen, die gegen das Unternehmen oder Mitarbeiter gerichtet sind oder Evakuierungen von Mitarbeitern aus akut gefährdeten Ländern versichert werden.

Eine gute K & R beinhaltet bereits Leistungen vor einem möglichen Krisenfall. Sie unterstützt aktiv mit so genannten Beratertagen, ein internes Krisenmanagement einzuführen. Für den Krisenfall ist eine schnelle und kompetente Unterstützung wichtig. Die Entführungsversicherung sollte daher nicht nur nach den Versicherungsleistungen beurteilt werden, sondern man sollte auch prüfen, dass der Versicherer mit einem geeigneten und erfahrenen Servicedienstleister zusammenarbeitet.

Baustellensicherheit

Neben den Mitarbeitern sind auch Maschinen und Anlagen einer Gefährdung durch Naturgewalten, Montage- und Bedienungsfehler, Sabotage, politische Risiken, Terror oder Kriminalität ausgesetzt. Die wichtigste Absicherung stellt hier die Montage- und Bauleistungsversicherung dar. Sie bietet Versicherungsschutz für Sachschäden, die an den Lieferungen und Leistungen entstehen. In der Regel gelten nur wenige Ausschlüsse, wie etwa Krieg, Verschleiß und vorhersehbare Schäden. Geprüft werden sollte, ob Schäden durch innere Unruhen mitversichert sind. Schäden durch Terror sind häufig ganz oder teilweise ausgeschlossen, bei gefährden Projekten empfiehlt es sich, hierfür zusätzlichen Versicherungsschutz einzukaufen.

In vielen Ländern Lateinamerikas muss die Montage- und Bauleistungsversicherung aus rechtlichen Gründen lokal im Land eingekauft werden. Hier ist es wichtig, mit geeigneten Versicherungspartnern zusammen zu arbeiten, die über ein weltweites Netzwerk verfügen. In einigen Ländern kann es dennoch problematisch oder für ausländische Unternehmen unmöglich sein, Versicherungsschutz einzukaufen, da dies nur mit einer eigenen Niederlassung vor Ort möglich ist. Es empfiehlt sich daher, frühzeitig anhand der vertraglichen Anforderungen zu klären, ob der vom Besteller geforderte Versicherungsschutz dargestellt werden kann und welcher Aufwand bzw. welche Kosten hiermit verbunden sind.

Die Montage- und Bauleistungsversicherung greift erst dann, wenn Sachen beschädigt oder zerstört wurden. Um bereits Versicherungsschutz für Kosten bieten zu können, wenn eine Baustelle durch Sabotage oder politische Gewalt gefährdet wird, hat die VSMA GmbH eine spezielle Deckungserweiterung zur K & R vereinbart. Über diese werden sowohl Beratungsdienstleistungen als auch Kosten für Sicherungsmaßnahmen erstattet.

Kontakt:
Marcus Flier
VSMA – Ein Unternehmen des VDMA
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Patrick Römer
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