Ende 2017 hat man in den USA eine Steuerreform beschlossen, die es in sich hat. Zum einen werden Unternehmensgewinne in den USA deutlich günstiger besteuert – das ist die positive Nachricht. Zum anderen wird ab dem 01.01.2018 eine neue Steuer eingeführt – die „Base Erosion and Anti-Abuse Tax“ (kurz: BEAT).

Unter anderem besteuert der amerikanische Staat damit Versicherungsprämien, welche von nicht amerikanischen Versicherern in deren jeweiligen Heimat zurück übertragen werden. Zum 01.01.2018 werden diese Versicherungsprämien mit einer Steuer von 5% belastet. Ab 2019 erhöht sich diese zunächst auf 10%, ab 2026 sogar auf 12,5%.

Eventuell beeinflusst diese neue Steuer die US-Deckungen nichtamerikanischer Versicherer und deren Prämiengestaltung. Bisher war es für viele dieser Versicherer üblich, US-Risiken ihrer deutschen Versicherungsnehmer im Rahmen internationaler Programme mitzuversichern. Die in den USA eingenommene Versicherungsprämie wurde hierbei nach Deutschland bzw. Europa zediert. Solche Geldflüsse werden nun mit einer Steuer belastet.

Inwieweit nichtamerikanische Versicherer von der neuen Steuer betroffen sind, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Hierzu zählen unter anderem der Umsatz der US-Tochter sowie der Anteil der abgeführten immateriellen Leistungen von der US-Tochter an die nicht US-Mutter.

Erste Befürchtungen werden bereits laut, dass sich diese neue Steuer schon ab dem 01.01.2019 auf die Prämiengestaltung bei Lokal-Policen innerhalb internationaler Versicherungsprogramme auswirken könnte. Ob es am Ende tatsächlich soweit kommt, bleibt abzuwarten. Erste Kommentare gibt es bereits, aber hier sind die Aussagen noch uneinheitlich. Aktuell kann man auch tatsächlich nur spekulieren.

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Claudia Sedlacek-Dechert
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