Dem Versicherungsmanagement im Unternehmen, das heißt der Auswahl und Ausgestaltung eines ausreichenden Versicherungsschutzes, kommt eine erhebliche Bedeutung zu. Das Versicherungsmanagement ist ein wesentlicher Bestandteil eines erfolgreich funktionierenden, ganzheitlichen Risikomanagement-Systems im Unternehmen.

Jede unternehmerische Tätigkeit ist zwangsläufig mit Risiken verbunden. Das rechtzeitige Erkennen und der richtige Umgang mit Risiken fallen in den großen Bereich des betrieblichen Risikomanagements. Ein Risikomanagement im weiteren Sinn beinhaltet den Umgang mit allen Risiken, die aus den unterschiedlichen Prozessen im Unternehmen entstehen können. Risikomanagement ist also im Wesentlichen die Erkennung, die Bewertung, die Steuerung und die Kontrolle von Risiken. Diese vier Phasen des Risikomanagements bilden die Basis für die Entscheidungen des Unternehmens im Umgang mit den unterschiedlichen Risikosituationen.

Unternehmen müssen entscheiden, wie sie
• Risiken vermeiden,
• Risiken reduzieren und
• Risiken abwälzen.

Sehr häufig fallen diese Entscheidungen zugunsten der Risikoabwälzung aus – hier kommen dann in erster Linie die betrieblichen Versicherungen ins Spiel. Klar ist, dass dieser Prozess nur dann erfolgreich sein kann, wenn adäquater Versicherungsschutz zur Verfügung steht.

Systemintegration

Diese notwendige und wünschenswerte Verbindung beider Systeme findet längst nicht in allen Unternehmen des deutschen Maschinen- und Anlagenbaues statt. Allzuoft werden Risiko- und Versicherungsmanagement in den Unternehmen unabhängig voneinander geführt, sodass Erkenntnisse aus den Prozessen des Risiko-managements nicht im notwendigen Maße in die Gestaltung und Inhalte der betrieblichen Versicherungen einfließen. Der Informationsfluss in die andere Richtung ist allerdings auch optimierungsbedürftig, denn es werden im Versicherungsmanagement Entscheidungen getroffen, die nicht auf der Grundlage von Ergebnissen der Risikomanagement-Prozesse basieren.

Es bleibt also festzuhalten, dass ein professionelles Risikomanagement-System ohne ein qualifiziertes Versicherungsmanagement nicht vollständig ist, genauso ist das Versicherungsmanagement auf ein gut funktionierendes Risikomanagement-System als Basis angewiesen. Für sich alleine betrachtet sind beide Systeme mehr oder weniger unvollständig.

Die systematische und konsequente Verbindung beider Instrumente ist der Schlüssel, um Risiken, aber auch Chancen zu erkennen. Nur die Synthese aus Risk Management und Versicherungsma-nagement hilft dem Unternehmen, im Umgang mit Chancen und Risiken die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Während also das Risikomanagement im Unternehmen gleichzeitig auch ein quasi integriertes Versicherungsmanagement erforderlich macht, bedarf es auch eines geeigneten Instrumentariums, sprich der notwendigen Versicherungen.

Es gibt keine Standardlösung

Die betrieblichen Versicherungen für ein Unternehmen des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus können nicht pauschal abgehandelt werden. Zu vielfältig sind die Strukturen der Unternehmen. Um den konkreten Risikoanforderungen gerecht werden zu können, gibt es keine Standardlösung. Es gilt, viele und unterschiedliche Risikoszenarien zu berücksichtigen – von daher geht kein Weg an einem individuell auf das Unternehmen zugeschnittenen Versicherungsschutz vorbei.

Der Versicherungsmarkt bietet dem Maschinen- und Anlagenbau dafür ein sehr vielfältiges und umfangreiches Portfolio betrieblicher Versicherungen. Zur besseren Orientierung werden diese unterteilt in

• standortbezogene Versicherungen
• produktbegleitende Versicherungen
• personenbezogene Versicherungen und
• Spezialversicherungen

Bei den standortbezogenen Versicherungen geht es unter anderem um:

• Sachversicherungen
• Betriebsunterbrechungsversicherungen
• Betriebshaftpflichtversicherungen
• Umwelt-Haftpflichtversicherungen
• Umwelt-Schadenversicherungen
• Elektronikversicherungen
• Maschinenversicherungen

In Verbindung mit dem weltweiten Export der Produkte geht es um die richtige Gestaltung des produktbegleitenden Schutzes. Hierfür kommen vor allem folgende Versicherungen infrage:

• Produkt-Haftpflichtversicherung
• Transportversicherung
• Montageversicherung
• Maschinen- und Maschinen-Garantieversicherung

Natürlich haben diese Versicherungen diverse „Verwandte“ wie zum Beispiel die Maschinen-Betriebsunterbrechungs-versicherung sowie auftragsbezogen gestaltete Objekt- beziehungsweise Projektpolicen mit individuell abgestimmten Versicherungsinhalten.

Auch die besten Produkte können ohne Vertrieb nicht verkauft werden und die Montagen und Inbetriebnahmen im In- und Ausland können ohne qualifizierte Monteure nicht stattfinden. Die Absicherung von deren „persönlichen“ Risiken werden im Wesentlichen über nachstehende Versicherungen gewährleistet:

• Unfallversicherung
• Krankenversicherung
• Lebensversicherung
• Entführungs-(K&R-)Versicherung (K&R steht für Kidnap & Ransom)
• Assistance-Versicherungen

Jenseits dessen werden die Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus auch von anderer Seite mit Risiken konfrontiert, die es früher so nicht gab. Daher brauchen sie Spezialversicherungen wie

• Nutzungsausfallversicherung
• Spezialversicherungen (zum Beispiel „Code-Decenalle-Deckungen“)
• Cyberversicherungen

Mit Risiken und Versicherungen um gehen

Die unterschiedlichen Risikoszenarien zu beleuchten und die Möglichkeiten im Umgang mit ihnen aufzuzeigen, ist wichtig. Genauso wichtig ist es, einen Überblick auf die derzeit am Markt gebotenen Versicherungssparten zu geben, die letz-lich eine Risikoabwälzung ermöglichen können. Derzeit bieten sich – zumindest ansatzweise – deutlich mehr Versicherungslösungen an als noch vor zehn Jahren.

Ob es allerdings tatsächlich immer der richtige Weg ist, jedes Risiko auf eine Versicherung zu transferieren, muss kritisch hinterfragt werden. Versicherungen sind eine komfortable Lösung – sie sind allerdings auch mit einem gewissen Prämienaufwand verbunden.

Insofern bietet es sich an, erkannte Risiken nach Möglichkeit zu reduzieren oder zu vermeiden und primär nur die existenzbedrohenden Risiken auf Versicherungen abzuwälzen. Diese wesentlichen „Säulen“ der betrieblichen Versicherungen sind – und das hat sich auch in den letzten Jahren nicht wirklich verändert:

• Sach- und Betriebsunterbrechungs-Versicherungen
• Haftpflichtversicherungen
• Transportversicherungen
• Montageversicherungen

Deren Gestaltung bezüglich Versicherungssummen und Deckungsinhalten sowie nationaler und internationaler Ausrichtung sollte dann allerdings schon individuell erfolgen.

Die Risikoermittlung, die Installation des passenden Versicherungsschutzes und das Berücksichtigen der entsprechenden Bestimmungen im In- und Ausland sind allerdings kein einfaches Unterfangen. Es gilt daher, bei der Auswahl des Versicherungspartners darauf zu achten, dass dieser die Anforderungen des Maschinen- und Anlagenbaus kennt, proaktiv bei der Risikoermittlung unterstützt und vor allen Dingen auch international ausreichend aufgestellt ist.

Kontakt:
VSMA GmbH- Ein Unternehmen des VDMA
Herr Jürgen Seiring
Telefon: +49 69 6603-1653
jseiring@vsma.org

www.vsma.de

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Dies ist ein Auszug aus dem aktuellen Blickpunktthema „Versicherungsschutz rund um den Maschinen- und Anlagenbau“ der August- Ausgabe der VDMA Nachrichten.

Einen Sonderdruck des Blickpunktthemas „Versicherungsschutz rund um den Maschinen- und Anlagenbau“ senden wir Ihnen auf Wunsch gerne zu.
Bitte wenden Sie sich an:
Frau Petra Maiwald-Hoepfner
phoepfner@vsma.org
Tel: +49 69 6603-1534
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