Ob SIEMENS, Bilfinger oder Bayer-LB: Wenn Manager für ihre Fehler haften sollen, ziehen sich die Gerichtsprozesse oft über Jahre hin.

Vom Unternehmen abgeschlossene D&O-Policen sichern angestellte Manager gegen die Folgen von Schadensersatzklagen bei eigenem Fehlverhalten ab. Schon das macht deutlich, dass dahinter komplexe Interessenkonflikte stehen. Das Unternehmen sichert ihren Vorständen und Geschäftsführer Unterstützung im Falle ihres eigenen Verschuldens zu. Neben der möglichen Haftung des Managers muss zwischen Versicherer und dem Unternehmen die Deckung geklärt werden. Diese Komplexität führt dazu, dass D&O-Prozesse vor Gericht häufig langwierig sind.

Es kann dauern, bis eine Managementhaftpflicht-Versicherung zahlt. Dies zeigt aktuell das Beispiel der Bayerischen Landesbank. Zwölf Jahre ziehen sich die Prozesse gegen die früheren Vorstände hin, die für die teure Fehlentscheidung, die österreichische Hypo Alpe Adria zu kaufen, haften sollen. Der Zivilprozess, in dem die Bank von den Ex-Vorständen und den D&O-Versicherern 200 Millionen Euro einklagt, läuft immer noch vor dem Landgericht München I. Ein Vergleichsvorschlag liegt auf dem Tisch. Ein Versicherungs-Konsortium, angeführt vom Versicherer XL Insurance soll 70 Millionen Euro übernehmen. Ob aber der Vergleich zustande kommt, bleibt abzuwarten, denn nicht jeder Versicherer ist begeistert.

Großschäden werden fast nie ohne juristische Auseinandersetzung abgerechnet. Es geht immer um Millionensummen. Holzmann, Siemens, Bilfinger oder Volkswagen und andere – die Liste ist lang. Am Ende stehen meist Vergleiche. Aber auch bei kleineren Schäden kämpfen die Versicherer zunehmend mit harten Bandagen. So versuchen die Versicherer, die Fälle in die Länge zu ziehen, so dass den klagenden Unternehmen die Luft ausgeht.

Gleichwohl finden meist nur die großen und spektakulären Fälle den Weg in die Öffentlichkeit. Dies ist aber nicht repräsentativ für den deutschen D&O-Markt. Inzwischen haben viele Unternehmen, auch Unternehmen im KMU-Bereich, eine Managementhaftpflicht-Versicherung. Ein Grund hierfür ist das Insolvenzrisiko. Wenn man sich in letzter Zeit mit D&O-Versicherer unterhält, wird als eine der Hauptsorgen die steigende Inanspruchnahme im Insolvenzfall benannt. Insolvenzverwalter schauen zuerst, ob es eine D&O-Versicherung im Unternehmen gibt. Sie nehmen die Arbeit von Vorstand oder Geschäftsführung genau unter die Lupe und finden fast immer etwas, weswegen sie Ansprüche gegen den Manager – und damit den Versicherer – stellen können.

Kontakt:
Herr Frank Oliver Keller
VSMA GmbH – ein Unternehmen des VDMA
Telefon +49 69 6603-1539
fkeller@vsma.org

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