Moderne Maschinen und Anlagen bestehen heute längst nicht mehr nur aus Mechanik, Sensorik und Elektrik. Software ist zu einem zentralen Funktions- und Sicherheitsbestandteil geworden und damit zugleich einer der größten haftungsrechtlichen Risikofaktoren für den Maschinen- und Anlagenbau. Der Beitrag zeigt, welche Herausforderungen sich daraus ergeben und wie Unternehmen ihre Absicherung entsprechend gestalten können.

Wo früher ein defektes Bauteil einen Schaden auslöste, können heute bereits ein fehlerhafter Programmcode, ein unzureichend getestetes Update oder eine fehlerhafte Schnittstelle dazu führen, dass ganze Produktionslinien stillstehen oder Maschinen falsch gesteuert werden. Aus rechtlicher Sicht ist dabei klar: Embedded Software, Steuerungsprogramme, Firmware sowie nachträgliche Updates gelten als Teil des Produkts. Führt ein Softwarefehler zu einem Personen- oder Sachschaden, liegt ein Produktfehler vor. Dies gilt unabhängig davon, ob die Software selbst entwickelt oder von Dritten zugekauft wurde. Besonders kritisch ist, dass auch Updates und Remote-Anpassungen als neues Inverkehrbringen gelten und damit die Produkthaftung erneut auslösen können.

Risikotreiber im laufenden Betrieb
In der Praxis entstehen die größten Risiken häufig dort, wo Software im laufenden Betrieb verändert wird. Unzureichend getestete Updates, Fernzugriffe durch Servicetechniker, fehlende Dokumentation oder Inkompatibilitäten mit Fremdsystemen sind typische Ursachen für schwerwiegende Störungen. Anders als bei klassischen Konstruktions- oder Materialfehlern führen diese Probleme jedoch oft nicht zu unmittelbar sichtbaren Sachschäden, sondern zu Produktionsstillständen, Fehlsteuerungen, Ausschuss oder Lieferverzögerungen – also zu reinen Vermögensschäden beim Kunden. Genau hier offenbart sich eine der größten Versicherungslücken moderner Industrieunternehmen, da die klassische Produkthaftpflicht primär auf Personen- und Sachschäden ausgerichtet ist.

Auswirkungen auf den Versicherungsschutz
Mit zunehmender Digitalisierung verschiebt sich das Haftungsrisiko damit immer weiter weg von der physischen Maschine hin zur digitalen Logik, die sie steuert. Unternehmen sollten deshalb kritisch hinterfragen, welche softwarebezogenen Risiken sie tatsächlich tragen, wie Updates, Fernzugriffe und Fremdsoftware abgesichert sind und ob ihr bestehender Versicherungsschutz dieser Realität noch gerecht wird. Ein einziger Programmierfehler kann heute genauso teuer sein wie ein mechanischer Totalschaden. Der Unterschied: Er entsteht oft unbemerkt und ist versicherungstechnisch nicht sauber eingeordnet.

Für Unternehmen, die Maschinen mit hohem Softwareanteil entwickeln, empfiehlt sich daher ein zusätzlicher Deckungsbaustein, der diese Risiken absichert. Mit dem Deckungsbaustein Industrie 4.0 bietet die VSMA GmbH eine branchenspezifische Lösung, die die klassische Produkthaftpflicht gezielt erweitert. Ergänzt um die Absicherung von Remote-Wartung und Fremdsoftware entsteht so ein tragfähiger Schutz, der nicht mehr nur die Mechanik, sondern auch den Code zuverlässig abdeckt. Er setzt damit genau dort an, wo wesentliche Haftungsrisiken der modernen Industrie entstehen.

Mehr zum Deckungsbaustein Industrie 4.0 erfahren Sie hier: www.vsma.de/vdma-deckungsbaustein-industrie-4-0

Beitragsbild: Gorodenkoff / Shutterstock

Kontakt:
Frau Olivia Möller
VSMA GmbH – ein Unternehmen des VDMA
Telefon +49 69 6603-1476
omoeller[at]vsma.org

 

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