Der Maschinen- und Anlagenbau ist die wichtigste Schlüsselbranche und Motor für die deutsche Wirtschaft. Mit einem Umsatz in 2018 von rund 232 Milliarden Euro und 1,3 Millionen Beschäftigten ist er der größte industrielle Arbeitgeber und einer der führenden deutschen Industriezweige. Das Thema Industrie 4.0 zeigt, wie weit die Branche mit dem Thema Digitalisierung bereits ist und wie weit der Einsatz der künstlichen Intelligenz fortgeschritten ist. Maschinen sind mittlerweile in der Lage, anhand von Algorithmen eigenständig zu lernen. Sie tragen somit zu einer effizienteren Produktion und zu mehr Wettbewerbsfähigkeit bei.

„Einer Dichtung würden wohl die wenigsten Menschen Intelligenz zusprechen“, erklärt Jürgen Seiring, Geschäftsführer der VDMA-Dienstleistungstochter VSMA GmbH. Doch sorgt die Digitalisierung dafür, dass im Maschinen- und Anlagenbau die kleinsten Materialteile plötzlich zu großen Entscheidungsträgern werden können. Schnell bestellt besagte Dichtung sich selbst nach, wenn nicht mehr genügend Exemplare vorhanden sind oder eine Produktionsanlage koordiniert eigenständig einen Fertigungsprozess.

Predictive Maintenance ist in der Branche nicht nur ein Slogan. Durch Fernwartung besteht heute schon die Möglichkeit, direkt auf die Maschinen oder Anlagen zuzugreifen. Smart glasses finden hierbei verstärkt Einsatz, wobei diese nicht nur vom Lieferanten, sondern vielmehr auch von den Kunden benutzt werden. Ohne Erweiterung des Versicherungsschutzes besteht für diese Tätigkeit bei vielen Haftpflichtversicherern keine Deckung. Die fortschreitende Digitalisierung beschränkt sich dabei nur selten auf das eigene Unternehmen, sondern erstreckt sich über IOT, Cloud-Lösungen oder spezielle Software bis hin zum Kunden. Es ist völlig unbestritten, dass automatisierte Systeme, die digitalisiert miteinander kommunizieren, anfälliger werden. Industrie 4.0 benötigt daher intelligenten Versicherungsschutz, damit die Digitalisierung nicht zur finanziellen Katastrophe wird.

Die bisherige Betriebs- und Produkte-Haftpflichtversicherung deckt hier leider nur reine Personen- und Sachschäden. Man benötigt nicht viel Phantasie zu erkennen, dass die vorgenannten Beispiele IT-Vermögensschäden verursachen, die nicht Gegenstand der bisherigen Deckung sind.

Als Lösung bietet die VSMA im Rahmen der VDMA-/VSMA-Haftpflichtversicherung einen erweiterten Industrie 4.0 Versicherungsschutz an. Wenn beispielsweise aufgrund fehlerhafter Software die Produktion eines Kunden stillgelegt wird, gewährt die Deckungserweiterung hierfür Versicherungsschutz. Auch wenn die eigene Maschine mit einer fehlerhaften Software ausgeliefert wurde und den Schaden dadurch verursacht, besteht Deckung.

Es ist wichtig auch im Rahmen der Betriebs- und Produkte-Haftpflichtversicherung den Versicherungsschutz um den Deckungsbaustein „Industrie 4.0“ zu erweitern, da die sogenannte Cyber-Versicherung für derartige Fälle nur einen eingeschränkten Versicherungsschutz bietet. Im Rahmen der Cyber-Police ist immer Voraussetzung, dass die eigene IT gehackt wurde. Darüber hinaus besteht kein Versicherungsschutz über die Cyberpolicen, da diese Policen üblicherweise einen kompletten Produkthaftungsausschluss enthalten.

Ab diesem Jahr bietet die VSMA den für den Maschinen- und Anlagenbau notwendigen Deckungsbaustein Industrie 4.0 auch „stand alone“ zu bestehenden Betriebs- und Produkthaftpflichtversicherungen an.


Kontakt:
Herr Jürgen Seiring
VSMA GmbH – ein Unternehmen des VDMA
Telefon +49 69 6603-1653
jseiring@vsma.org

Zum Themenbereich Haftpflichtversicherungen