Ein internationales Versicherungsprogramm ermöglicht es Unternehmen mit Niederlassungen im Ausland, ihren Versicherungsschutz weltweit zu koordinieren.

Die meisten Unternehmen der Investitionsgüterindustrie liefern ihre Maschinen und Anlagen in alle Teile der Welt. In Deutschland gibt es 12 000 Firmen mit zwei oder mehr Niederlassungen im Ausland. Diese sind nicht nur reine Vertriebsbüros, darunter sind auch Fertigungs- oder Produktionsbetriebe. Wirtschaftliche Beziehungen und ein globales Netzwerk sind für Unternehmen enorm wichtig. Ebenso wichtig ist, dass versicherungstechnische Risiken eingeschätzt und gesteuert werden können. Der Versicherungsschutz muss den lokalen Gegebenheiten angepasst sein. Internationale Versicherungsprogramme bieten einen weitgehenden Versicherungsschutz und werden für verschiedene Versicherungssparten wie Betriebs- und Produkthaftpflicht, Feuer und Betriebsunterbrechungsversicherung, technische Versicherungen und Transportversicherung angeboten. Denn Gefahren lauern überall.

Wachstumsmärkte wie Brasilien, China, Südkorea oder Osteuropa sind für die Investitionsgüterindustrie sehr interessant. Aber besonders dort muss genau auf die lokalen Gegebenheiten geachtet werden. So sind zum Beispiel ausländische Versicherungsanbieter in Brasilien oder China gar nicht oder nur mit strikten Auflagen zugelassen. Firmen, die dort eine Niederlassung haben, müssen für die Tochterfirma Versicherungsschutz bei einem dort zugelassenen Anbieter einkaufen. Die deutsche Muttergesellschaft möchte den Risikoträger kennen.

Einheitlicher Versicherungsschutz

Ein koordiniertes internationales Versicherungsprogramm wird aufgebaut, indem der Versicherer in den Ländern, in denen der Versicherungsnehmer Niederlassungen unterhält, lokale Versicherungspolicen platziert. Die lokalen Verträge gewährleisten Versicherungsschutz in dem jeweiligen Land und stellen sicher, dass die wesentlichen Dienstleistungen wie Beratung, Betreuung und Schadenabwicklung vor Ort erbracht werden. Der Hauptvertrag vereinheitlicht den Versicherungsschutz hinsichtlich der Versicherungssumme und der Bedingungen. Er bietet einen einheitlichen Versicherungsschutz, in dem zwei Deckungsbausteine integriert sind:

• Die Summendifferenz-Deckung (DIL / Difference in Limits) gleicht Unterschiede in den landesspezifischen Deckungs- oder Versicherungssummen aus.

• Die Konditionsdifferenz-Deckung (DIC/ Difference in Conditions) erreicht, dass die Bedingungen weltweit auf einheitliche Leistungen ausgerichtet sind.

Compliance ist zunehmend Thema

Als Compliance bezeichnet man die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften in allen Ländern, in denen Geschäfte getätigt werden. „Das Thema Gesetzestreue wird derzeit heiß diskutiert“, weiß Jürgen Seiring, Geschäftsführer der VSMA GmbH. „Das hängt mit dem sich verändernden Umfeld für Unternehmen zusammen.
Regierungen und Behörden haben die Anforderungen an die Gesetzestreue der Unternehmen verschärft. Es gibt derzeit noch verschiedene Ansätze zur Einhaltung der Compliance. Die großen Versicherer und Maklerhäuser sind sich nicht einig. Wir werden weiter über das Thema berichten.“

Kontakt:
Jürgen Seiring
VSMA – ein Unternehmen des VDMA
Telefon +49 69 6603-1653
jseiring@vsma.org