Das Auf und Ab in der industriellen Sachversicherung geht weiter. 1992 waren sinkende Margen und steigende Kapazitäten sowie die Neustrukturierung der Industrie- und Rückversicherer wohl die Ursache für sinkende Prämien. 10 Jahre später waren es in erster Linie die Ereignisse um den 11. September 2001 , die für einen drastischen Anstieg der Preise sorgten. Seit knapp vier Jahren befinden sich die Versicherungsprämien wieder auf Talfahrt.

Auch im zweiten Halbjahr 2007 gaben die Prämien in der industriellen Feuerversicherung nach und verharrten auf niedrigem Niveau. Grund dafür ist in erster Linie ein sehr starker Wettbewerb unter den Versicherern. Sofern keine Katastrophenschäden eintreten, ist mit einem Ende des weichen Marktes auch in diesem Jahr nicht zu rechnen. Da aber die Schaden-Kosten-Quote der Versicherer bereits nahe 100 % liegt, wird der Spielraum für Kostensenkungen gering. Für kritische Risiken deutet sich eine Verknappung der Kapazitäten an. Außerdem deuten erste Berichte, dass sich die Finanzmarktkrise der USA auf die europäische bzw. deutsche Versicherungswirtschaft auswirken könnte, auf einen Stimmungswechsel hin.

Zusätzliche Gefahren versichern

Viele Unternehmen in der Investitionsgüterbranche beschränken ihren Sachversicherungsschutz immer noch auf die klassische Feuer- und Feuer-Betriebsunterbrechungs-Versicherung. Die günstigen Rahmenbedingungen sollten zur Erweiterung des Versicherungsumfanges auf weitere Gefahren wie zum Beispiel Sturm und Hagel genutzt werden. So ist durch den Klimawandel das Schadenausmaß sowie die Häufigkeit von Naturkatastrophen in den letzten Jahren bedenklich gestiegen. Die Stürme Lothar, Kyrill und Emma sowie die Überschwemmungen im August 2002 in Dresden oder 2008 im Zollernalbkreis haben eine Spur der Verwüstung in Deutschland hinterlassen. Aber auch „normale“ Sommergewitter erreichen immer öfter ein bedrohliches Ausmaß für die Unternehmen
In vielen Hausrat- und Gebäudeversicherungen aber auch in der industriellen Sachversicherung sind so genannte Elementarschäden wie zum Beispiel Überschwemmung nicht gedeckt. Bei der Vermittlung des optimalen Versicherungsumfanges und eventueller Probleme in der Schadenabwicklung durch die jüngsten Unwetter steht die VDMA-Dienstleistungstochter VSMA GmbH den Mitgliedsunternehmen zur Seite.

Obliegenheiten unbedingt einhalten

Durch das per 01.01.2008 in Kraft getretene neue Versicherungsvertragsgesetz (VVG) gewinnen die vertraglichen Obliegenheiten eine neue Bedeutung. So schreibt zum Beispiel jeder industrielle Feuerversicherungsvertrag die Überprüfung der elektrischen Anlagen durch einen „qualifizierten und anerkannten Sachverständigen“ vor. In der Vergangenheit lag die Beweisführung für „grobe Fahrlässigkeit“ und dem damit verbundenem Verlust des Versicherungsschutzes beim Versicherer. Bedingt durch das neue Versicherungsvertragsgesetz wird die Nichtdurchführung der Elektrorevision als „grobe Fahrlässigkeit“ vermutet und die Beweislast liegt bei dem Versicherungsnehmer. Erste Schadenfälle wurden bekannt, welche die Versicherungswirtschaft zum Anlass genommen haben soll die Versicherungsleistung in Frage zu stellen bzw. im gravierenden Umfang zu reduzieren. In der Vergangenheit war es wohl eher so, dass die Versicherer auf die Obliegenheitsverletzung hinwiesen aber dann letztlich doch eine Regulierung ermöglichten.

Sonderkonditionen für VDMA-Mitglieder

Über die VSMA wird den Verbandsmitgliedern die industrielle Sachversicherung zu Sonderkonditionen angeboten. Darüber hinaus werden im Rahmen einer individuellen Beratung maßgeschneiderte Versicherungslösungen geboten.  Wir empfehlen, mögliche Prämienreduzierungen zur Verbesserung des Versicherungsumfanges zu verwenden und gegebenenfalls durch mehrjährige Versicherungslaufzeiten mittelfristig zu sichern. Sofern in den letzten Jahren die Prämie konsequent reduziert wurde, ist kein erhebliches Reduzierungspotenzial mehr zu erwarten.