Die Klimakrise ist kein zukünftiges Ereignis, sie findet hier und jetzt statt. Das Jahr 2024 war das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen und das erste, in dem sich das globale Klima im Durchschnitt um mehr als 1,5 Grad gegenüber vorindustriellen Zeiten erwärmt hat. Die Folgen zeigen sich immer deutlicher im Wettergeschehen: Extremwetterlagen nehmen zu und verursachen Schäden in Milliardenhöhe. Versicherungsschutz gegen Elementarschäden wird daher immer wichtiger.
Extreme Wetterereignisse nehmen zu
Die Flutkatastrophe im Ahrtal im Jahr 2021 war verheerend. Noch nie haben Naturgefahren in Deutschland so hohe Schäden verursacht. Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) beliefen sich die versicherten Schäden im Jahr 2021 auf 12,5 Milliarden Euro. Der gesamtwirtschaftliche Schaden wird auf ein Vielfaches geschätzt.
Auch das Jahr 2025 bricht traurige Rekorde: Laut dem Rückversicherer Munich Re haben Naturkatastrophen in der ersten Jahreshälfte weltweit Schäden in Höhe von 131 Milliarden US-Dollar verursacht – davon waren 80 Milliarden US-Dollar versichert. Die versicherten Schäden im ersten Halbjahr gehören damit zu den höchsten seit 1980. Zwei Drittel der Experten weltweit sehen in der Zunahme extremer Wetterereignisse das größte Risiko für Unternehmen in den nächsten zehn Jahren.
Kolumne: Versicherungspflicht gegen Elementarschäden?
„Mit dem Hochwasser zum Jahreswechsel 2023/2024 ist die Pflichtversicherung gegen Elementarschäden erneut in den Fokus gerückt. Die Debatte um eine Versicherungspflicht ist richtig und wichtig. Wir brauchen dringend eine Neuregelung, die einen flächendeckenden und bezahlbaren Versicherungsschutz – auch für die Industrie – sicherstellt“, meint Birger Jeurink, Geschaftsführer der VSMA GmbH. Die vollständige Kolumne finden Sie hier: www.vsma.de/kolumne
Versicherbarkeit von Betrieben in Risikogebieten problematisch
Die Bereitschaft der Versicherer, Elementarschadendeckungen mit einer angemessenen Höchstentschädigung anzubieten, ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Die Versicherer nutzen computergestützte Zonierungsmodelle wie ZÜRS (Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen), um die Versicherbarkeit zu prüfen. Je nachdem, in welche Gefährdungszone ein Unternehmen fällt und welche Vorsorgemaßnahmen getroffen werden, entscheidet der jeweilige Risikoträger, ob und zu welchen Konditionen er Versicherungsschutz anbietet.
Eine Entscheidung, die immer häufiger zu Ungunsten der Versicherungswilligen ausfällt. Betriebe in Risikogebieten erhalten oft keinen ausreichenden Versicherungsschutz mehr. „Zudem wird es immer schwieriger, adäquate Höchstentschädigungen einzukaufen“, berichtet Nina Nodorf, Leiterin des Ressorts Sach- und Betriebsunterbrechungsversicherungen bei der VSMA. Eine Entwicklung, die den Wirtschaftsstandort Deutschland gefährdet. Die Bundesländer fordern daher seit Langem eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden, die bisher aber nur für den privaten Bereich angedacht ist.
Tipp: Das VSMA-Infoportal zu Klimarisiken im Maschinen- und Anlagenbau
Die steigende Zahl extremer Naturereignisse stellt den Maschinen- und Anlagenbau vor große wirtschaftliche Herausforderungen. Gleichzeitig wird es immer schwieriger, ausreichenden Versicherungsschutz zu erhalten. Doch welche Naturgefahren bedrohen Unternehmen? Wie lassen sich diese Risiken absichern und welche Präventionsmaßnahmen sind sinnvoll? Antworten auf diese Fragen und weitere aktuelle Informationen finden Sie hier: https://www.vsma.de/vsma-infoportal-klimarisiken-herausforderungen-versicherungsschutz-praeventionsmassnahmen
Viele Unternehmen nicht ausreichend abgesichert
Eine bundesweite Übersicht zeigt, dass die Mehrheit der Gebäude in Deutschland nicht gegen Starkregen und Hochwasser versichert ist – nur 46 Prozent der Hausbesitzer haben eine Elementarschadenversicherung. In der Industrie ist die Quote noch geringer. Das liegt nicht immer an Problemen mit der Versicherbarkeit. Nach Erhebungen des Rückversicherers Munich Re ist nur für rund 0,5 Prozent der Hausbesitzer eine Versicherung aufgrund der Lage ihrer Immobilie nicht möglich oder zu teuer. Das lässt nur einen Schluss zu: Die wachsende Bedrohung durch Klimarisiken wird von einigen Unternehmen trotz mahnender Expertenstimmen noch unterschätzt.
Vor dem Hintergrund zunehmender Wetterextreme rät die VSMA zu einem möglichst umfassenden Versicherungsschutz gegen Elementarschäden. Dabei ist auch zu beachten, dass eine Elementarschadenpolice allein gewisse Risiken nicht abdeckt. So ist es zum Beispiel unter der Gefahr „Überschwemmung“ nicht versichert, wenn Grundwasser durch die Bodenplatte ins Haus eindringt. Für eine umfassende Absicherung gegen alle Elementargefahren empfiehlt die VSMA daher eine Allgefahrenversicherung. Diese bietet Versicherungsschutz für alle Gefahren, die in den Bedingungen nicht explizit ausgeschlossen wurden.
Sie haben Fragen zum Thema Elementarschäden? Sprechen Sie uns an! Gerne holen wir für Sie ein individuelles Angebot für bisher nicht versicherte Gefahren ein.
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Kontakt:
Frau Nina Nodorf
VSMA GmbH – ein Unternehmen des VDMA
Telefon +49 69 6603-1721
nnodorf@vsma.org




