Was Klimaforscher und Meteorologen schon lange vorausgesagt haben, muss spätestens jetzt allen bewusst sein: Naturkatastrophen machen auch vor Deutschland keinen Halt!

Im ersten Halbjahr 2013 wurde der Bundestagswahlkampf schnell von den diesjährigen Naturkatastrophen überschattet. Nach einem langen und schadenreichen Winter standen weite Teile Deutschlands im Mai und Juni buchstäblich unter Wasser. Während in vielen Gebieten noch gegen die ausufernden Flüsse gekämpft wurde, kam es durch die ersten Sommerunwetter zu weiteren Schäden in Millionenhöhe. Unternehmer sollten daher ihren Versicherungsbedarf überprüfen. Eine vor Jahren getroffene Entscheidung gegen eine Elementarschadenversicherung ist vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse eventuell nun anders zu beurteilen.
Einige Unternehmen verfügen bereits über eine Gebäude- und Inhaltversicherung, die eine Absicherung der sogenannten Elementarschäden vorsieht. Im Bereich der Sach-Betriebsunterbrechungsversicherung werden jedoch oftmals nur Schäden durch Feuer versichert. Doch bereits ein kleiner Schadenfall, wie ein beschädigtes Maschinenfundament, kann große Auswirkungen auf die Lieferfähigkeit haben. Häufig überschreiten bei größeren Ereignissen die Ertragsausfallschäden deutlich den Sachsubstanzschaden.
Ein weiteres unterschätztes Risiko sind die Rückwirkungsschäden. Dies sind Ertragsausfallschäden, die dadurch entstehen, dass ein direkter Zulieferer oder Abnehmer von einem entsprechenden Sachschadenereignis betroffen wurde und daher Produkte nicht mehr zuliefern oder abnehmen kann. Im Unterschied zum eigenen Unternehmen, dessen Standort man detailliert auf eine Naturgefahrenexponierung analysieren kann, ist im Bereich der Rückwirkungsschäden eine Analyse deutlich komplexer. Man kann nicht jeden Zulieferer oder Abnehmer unter die Lupe nehmen und sollte sich daher auf die Wichtigsten konzentrieren.
Im Gegensatz zum Mittelstand hat sich bei größeren Konzernen in den letzten Jahren auch ein Bewusstsein dafür gebildet, dass neben den direkten Zulieferern und Abnehmern auch die Lieferkette an sich ein schwer zu überschauendes Gebilde darstellt. So haben die Flutereignisse in Taiwan der Computerindustrie mit Erschrecken aufgezeigt, dass ein sowohl geografisches als auch in der Lieferantenkette weit entferntes Ereignis dramatische Auswirkungen auf den eigenen Geschäftsbetrieb haben kann. Nicht nur die Unternehmen sind hier in ihrem Risikomanagement nicht ausreichend aufgestellt. Auch die am Markt erhältlichen Versicherungslösungen sind bisher rein auf die großen Konzerne ausgerichtet. „Wir arbeiten daran, auch adäquate Versicherungskonzepte für den Mittelstand zu erarbeiten“, so Patrick Römer – Ressortleiter Sach- und technische Versicherungen bei der VSMA GmbH, „doch die Versicherer tun sich sehr schwer, da kaum Erfahrungswerte vorhanden sind und daher die Bewertung solcher Risiken fast unmöglich ist.“
Das Fazit eines jeden Unternehmens aus der Investitionsgüterindustrie muss daher sein, sich mit den Gefahren von Naturkatastrophen zu beschäftigen. Versicherungen stellen hier nur einen Teil der Möglichkeiten da, denn zunächst gilt es, Risiken zu identifizieren und nach Möglichkeiten einer Problemlösung zu suchen. Erst das wirtschaftlich nicht sinnvoll zu vermeidende Restrisiko sollte dann versichert werden.
Benötigen Sie Unterstützung bei der richtigen Risikobewertung? Wir helfen Ihnen gerne!

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Patrick Römer
VSMA- Ein Unternehmen des VDMA
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