Überschwemmungen, Starkregen, Brände: Ein Großschaden kann jeden treffen und verursacht oft Schäden in Millionenhöhe. Ein Risiko, das sich jetzt dramatisch erhöht hat. Wegen der Coronakrise und des Russland-Ukraine-Krieges stocken die Lieferketten und verzögern den Wiederaufbau. Gleichzeitig sind die Preise für viele Güter immens gestiegen. Unternehmen sollten jetzt dringend prüfen, ob die Versicherungssummen in der aktuellen Situation noch ausreichen, empfiehlt Jürgen Seiring, Geschäftsführer der VSMA GmbH.

Großschäden können in 2022 dramatische Folgen haben
Ein Großbrand auf dem Werksgelände verursacht stets immense Schäden. Maßgeblich sind dabei vor allem die Wiederherstellungskosten der Gebäude, die Aufwendungen für den Ersatz von beschädigten oder zerstörten Betriebseinrichtungen und Vorräten sowie der aus einer Betriebsunterbrechung resultierende Ertragsausfall.

Die Wiederherstellungskosten sind aufgrund der aktuellen globalen Lage von gravierenden Preissteigerungen betroffen. Der Wiederaufbau der Hallen und Maschinen dürfte derzeit bis zu 30 Prozent teurer sein als im Vorjahr. Dramatischer stellt sich dies bei Vorräten, insbesondere Rohstoffen und speziellen Komponenten wie etwa Halbleitern, dar. Deren Preise sind teilweise um über 100 Prozent höher. Verzögert die Lieferkettenproblematik den Wiederaufbau, verlängert sich zusätzlich die Betriebsunterbrechung. „Das führt zu stark gestiegenen Schadensummen und damit in der Sachversicherung eventuell zu einer Unterversicherung“, berichtet Harald Kröhl, Sachversicherungsexperte der VSMA. „Darüber hinaus muss eine Neubewertung erfolgen, ob die Haftzeit – also die Dauer, für die ein Versicherer höchstens für den Ausfallschaden aufkommt – noch ausreichend bemessen ist“.

Wertzuschlagsklausel und Vorsorge gleichen Preissteigerungen nicht mehr aus
Normalerweise wird eine Unterversicherung in der industriellen Sachversicherung durch Wertzuschlagsklauseln und Vorsorgevereinbarungen vermieden. Diese sorgen durch regelmäßige Wertzuschläge dafür, dass die Versicherungssumme automatisch an eine veränderte Preisentwicklung angeglichen wird – ohne eine individuelle Summenanpassung. Die Zuschläge werden von den Versicherern einmal jährlich auf Basis der Indexzahlen des Statistischen Bundesamtes ermittelt. Genau dort liegt das Problem: Aufgrund des Russland-Ukraine-Krieges sind die Zahlen und damit die Wertzuschläge für 2022 inzwischen bereits überholt. „Die allein auf Basis von Wertzuschlagsklauseln angepassten Versicherungssummen reichen bei den aktuellen Preissteigerungen sehr wahrscheinlich nicht aus, um eventuelle Großschäden zu decken“, befürchtet Jürgen Seiring.

Unterversicherungen durch individuelle Summenermittlung vermeiden
Ist die Versicherungssumme in der industriellen Sachversicherung niedriger angesetzt, als die tatsächlichen Wiederherstellungskosten, spricht man von einer Unterversicherung. Liegt eine solche vor, hat dies für den Versicherten gravierende Folgen. Denn im Schadenfall wird grundsätzlich nur in dem Verhältnis erstattet, zu dem der Versicherungsnehmer versichert ist. Besteht eine Unterversicherung, kürzt der Versicherer die Leistung anteilig und der Versicherungsnehmer muss die Differenz aus eigener Tasche zahlen. „Unternehmer sollten daher jetzt dringend prüfen, ob die Versicherungssummen in der aktuellen Situation noch ausreichen“, empfiehlt Jürgen Seiring.

Gerne unterstützen wir Ihr Unternehmen bei einer individuellen Summenermittlung, um eine Unterversicherung zu vermeiden. Sprechen Sie uns an und vereinbaren Sie einen Termin.

 

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Kontakt:
Herr Patrick Römer
VSMA GmbH – ein Unternehmen des VDMA
Telefon +49 69 6603-1576
proemer@vsma.org

 

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