Wie das Handelsblatt berichtete, bekommen Unternehmen in Flutregionen offenbar kaum noch Versicherungen. Zur Lösung dieses Problems schlagen Versicherungsexperten eine öffentlich-private Partnerschaft nach dem Vorbild der Extremus-Versicherung vor. „Extremus könnte mit Klima- und anderen Schäden ausgebaut oder eine weitere Gesellschaft nach diesem Vorbild geschaffen werden“, sagt Jürgen Seiring, Geschäftsführer der VSMA GmbH.

 Betriebe in Flutgebieten finden keine Versicherung mehr

Die Flutkatastrophe in Deutschland hat nicht nur private Wohnhäuser zerstört – auch zahlreiche Betriebe waren betroffen. Das wirft für eine zunehmende Anzahl von Unternehmen inzwischen über den Wiederaufbau hinausgehende Probleme auf. Wie das Handelsblatt in einem Artikel vom 02.11.2021 berichtete, sind inzwischen verschiedene Versicherer nicht mehr bereit, Betriebe in Flutregionen gegen Elementarschäden abzusichern. Für die betroffenen Firmen hat dies weitreichende Konsequenzen. Denn die fehlende Absicherung gegen Natur- und Klimagefahren kann zu Schwierigkeiten bei der Finanzierung führen. Bankkredite werden nur zu schlechteren Konditionen oder schlimmstenfalls gar nicht mehr gewährt. Eine Entwicklung, die der Wirtschaft schadet und den Standort Deutschland gefährdet. Versicherungsexperten und -verbände fordern daher politische Lösungen.

Öffentlich-private Partnerschaft nach dem Vorbild Extremus-Versicherung

Für Privatpersonen wird derzeit über das Thema „Pflichtversicherung für Elementarschäden“ diskutiert. Für betriebliche Versicherungen hingegen dürfte dieser Weg nicht gangbar sein. Als Folge des Klimawandels werden Unwettergefahren zunehmen. Ein unkalkulierbares Risiko, das zwangsweise zu Prämien führt, die für Unternehmen kaum noch tragbar sind. Eine Lösung für das Dilemma könnte nach Ansicht des Gesamtverbands der versicherungsnehmenden Wirtschaft (GVNW) ein Absicherungsmodell unter Beteiligung der Versicherungswirtschaft und des Staates sein (öffentlich-private Partnerschaft). Ein gutes Vorbild sei die der Extremus-Versicherungs-Aktiengesellschaft. Diese wurde nach den Anschlägen vom 11. September 2001 gegründet, weil sich die Versicherer nicht mehr in der Lage sahen, Schadenereignisse dieser Größenordnung abzudecken. Unter Beteiligung der Bundesregierung wurde daraufhin eine Gesamtlösung mit einer Staatsgarantie vereinbart. „Extremus könnte mit Klima- und anderen Schäden ausgebaut oder eine weitere Gesellschaft nach diesem Vorbild geschaffen werden“, sagt Jürgen Seiring, Geschäftsführer der Versicherungstochter des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).

Bildnachweis: Stockfoto-Nummer: 1371123314 • Mohd Nasri Bin Mohd Zain

Kontakt:
Herr Jürgen Seiring
VSMA GmbH – ein Unternehmen des VDMA
Telefon +49 69 6603-1653
jseiring@vsma.org

 

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